JASS gegen HASS

Hass ist krass – Liebe ist krasser, sagt Barbara. Recht hat sie damit! Leider wurden wir Angriff eines fiesen Hackangriffs Ende September 2017 (wer hat es nötig eine NGO zu hacken?) und haben einige unserer Daten verloren – so auch den kompletten Inhalt der Unterseite “JASS gegen HASS”. Es scheint als ob der Angriff der Auseinandersetzung mit Hate Speech (Hass im Internet) zusammenhängt. Nur lassen wir uns nicht unterkriegen – Liebe ist krasser!

Im Frühjahr 2017 hat sich JASS intensiv mit Hate Speech im Internet auseinandergesetzt. Der Hass im Netz in Form von gruppenspezifischer Menschenfeindlichkeit war eines der Phänomene 2015, welches massgeblich zur Gründung des Vereins führte. Hate Speech (Hass Rede) ist das Symptom einer exklusiven Gesellschaft. Hass polarisiert, Hass diskriminiert, Hass tötet. So auch der virtuelle Hass im Netz. Hate Speech findet im Internet statt. Dabei ist das Internet ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und Hate Speeches wiederspiegeln wie hasserfüllt unsere Gesellschaften sind. Hate Speech wird dabei durch Menschen gemacht, Menschen welche unser friedliches Zusammenleben stören wollen. Dabei werden die Opfer von Hate Speech seelisch, psychisch und emotional verletzt und ganze Gruppen von Menschen nach und nach entmenschlicht. Sprache ist dabei Handeln, weil Sprache Handeln vorbereitet. So werden innerhalb unserer Gesellschaften ganze Gruppen von Menschen abgewertet um die Beschneidung ihrer Freiheitsrechte zu legitimieren. Zeitgleich sinkt die Hemmschwelle für strafbare Handlungen gegenüber diesen Menschen. VerfasserInnen von Hate Speech berufen sich dabei auf das Recht der freien Meinungsäusserung – dabei ist Hass keine Meinung. Hass ist destruktiv, zerstörerisch und gefährlich für unser Zusammenleben. Die Grenzen des öffentlich Tolerierbaren haben sich in den vergangenen Jahren verschoben. Hate Speech wird mit Klarnamen und unter Angabe des Arbeitgebers sorglos ins Netz gestellt und ohne Scham verbreitet. Der verbale Diskurs von gegensätzlichen Meinungen verkommt dabei auf Social Media vermehrt zum gehässigen Disput, der in Beschimpfung und Abwertung endet. Dabei radikalisiert sich die Sprache und die Gräben des Kulturkampfes werden tiefer. Hate Speech ist kein Randphänomen, sondern ein neueres Phänomen in der modernen Lebenswelt Internet und geht uns alle etwas an, denn spätestens seit dem zweiten Weltkrieg wissen wir wohin Hass; wohin die immer wiederkehrende Entmenschlichung und wohin die immer wiederkehrende Dämonisierung von Gruppen von Menschen führen kann. In diesem Zusammenhang ist der Lebenswelt Internet besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Nur 10 Prozent aller NutzerInnen des Internets produzieren den gesamten Content darin. Die übrigen 90 Prozent sehen und hören nur zu. Dabei ist Hass alltäglich und laut, Gegenrede wirkt im Vergleich klein, verzagt und leise – mit fatalen Folgen für die 90 Prozent der ZuhörerInnen. 77 Prozent der deutschen Internetnutzenden gaben in einer Untersuchung an, bereits mit Hate Speech konfrontiert worden zu sein. 50 Prozent der Befragten gaben an, aus Angst vor Hate Speech im Netz bereits einmal gezögert zu haben, sich online in eine Diskussion einzumischen. Die häufigsten Ziele von Hate Speech sind LGBT-Menschen, Moslems und Frauen. Dabei handelt es sich um altbekannte Feindbilder: Frauen, Muslime und Musliminnen, Juden und Jüdinnen, Linke, LGBT-Menschen, Flüchtlinge und Ausländer, sowie dunkelhäutige Menschen. Virtuell als auch in der Realität verzeichnen wir einen besorgniserregenden, gesamtgesellschaftlicher Anstieg von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Islamfeindlichkeit.

In Bezug auf Hate Speech sind alle Systemebenen in der Übernahme von Verantwortung gefordert – denn es gibt immer eine Alternative zu Hass und es gibt eine Alternative zum Zusehen und Zuhören wenn Hass spricht. In unserer Situationsanalyse mit Handlungsempfehlung werden Zusammenhänge erläutert und Möglichkeiten des alternativen Handelns auf allen Systemebenen aufgezeigt um den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft zu fördern und eine inklusive Gesellschaft voranzutreiben, in welcher für Hate Speech kein Platz ist, weder in der Realität noch im Netz.

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Zur Publikation von humanrights.ch